Haarausfall: Ursachen, Formen und was du tun kannst
Warum fallen Haare aus, und wann ist es nicht mehr normal? Die häufigsten Formen, typische Auslöser und wann du zum Arzt solltest.
Haare fallen jeden Tag aus, das ist ganz normal. Zum Thema wird Haarausfall, wenn du über Wochen deutlich mehr Haare verlierst als sonst oder dein Haar sichtbar dünner wird. Dahinter stecken meist Gene, Hormone, Stress oder ein Nährstoffmangel. Welche Ursache es bei dir ist, entscheidet, was hilft.
Wann ist Haarausfall normal?
Als Richtwert gelten bis zu etwa 100 Haare am Tag als normal. An Waschtagen sind es oft mehr, weil sich lose Haare dann auf einmal lösen. Entscheidend ist weniger die genaue Zahl als die Veränderung: Verlierst du über längere Zeit spürbar mehr als sonst, lohnt sich ein genauer Blick. Mehr dazu liest du in Wie viele Haare am Tag sind normal?
So wächst dein Haar
Jedes Haar durchläuft einen Zyklus aus drei Phasen:
- Wachstumsphase: Das Haar wächst, meist über mehrere Jahre. Der größte Teil deiner Haare ist gerade in dieser Phase.
- Übergangsphase: Das Wachstum stoppt, die Haarwurzel bildet sich zurück. Diese Phase dauert nur wenige Wochen.
- Ruhephase: Das Haar sitzt noch einige Monate locker in der Kopfhaut und fällt dann aus. An derselben Stelle wächst ein neues nach.
Viele Formen von Haarausfall entstehen, wenn dieser Rhythmus gestört ist: Zu viele Haare wechseln gleichzeitig in die Ruhephase, oder die Wachstumsphase wird immer kürzer.
Die häufigsten Formen im Überblick
| Form | Typisches Bild | Häufige Ursache |
|---|---|---|
| Erblich bedingter Haarausfall | Männer: Geheimratsecken, lichter Oberkopf. Frauen: breiter werdender Scheitel. | Erbliche Empfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber DHT |
| Diffuser Haarausfall | Gleichmäßig verteilt über den ganzen Kopf, oft plötzlich stärker | Stress, Infekt, Fieber, Geburt, strenge Diät, Nährstoffmangel, Medikamente |
| Saisonaler Haarausfall | Mehr Haare im Herbst, geht nach einigen Wochen zurück | Natürlicher Haarzyklus |
| Kreisrunder Haarausfall | Runde, glatte kahle Stellen | Das Immunsystem richtet sich gegen die Haarwurzeln |
| Haarausfall durch Zug | Lichte Stellen am Haaransatz oder Scheitel | Dauerhaft straffe Frisuren, Extensions |
Die häufigste Form ist der erblich bedingte Haarausfall. Wie er entsteht, erklären wir in Erblich bedingter Haarausfall. Warum im Herbst mehr Haare ausfallen, liest du in Haarausfall im Herbst.
Typische Auslöser
- Gene: Die Veranlagung für erblich bedingten Haarausfall wird vererbt.
- Hormone: Schwangerschaft und Geburt, die Wechseljahre, das Absetzen der Pille oder eine Schilddrüsenerkrankung können Haarausfall auslösen.
- Stress und Belastung: Starker Stress, eine Operation oder ein fiebriger Infekt zeigen sich oft erst zwei bis drei Monate später als diffuser Haarausfall.
- Ernährung: Ein Eisenmangel oder eine sehr einseitige Diät können dahinterstecken.
- Medikamente: Manche Medikamente haben Haarausfall als mögliche Nebenwirkung. Setz sie aber nie eigenmächtig ab.
Übrigens: Haarausfall fühlt sich oft plötzlich an, beginnt aber meist schleichend. Worauf du achten kannst, liest du in frühe Anzeichen erkennen.
Was du selbst tun kannst
- Schonend pflegen: Mild waschen, sanft entwirren, Hitze und straffe Frisuren reduzieren. So verlierst du nicht zusätzlich Haare durch Bruch.
- Ausgewogen essen: Dein Haar braucht, was dein ganzer Körper braucht. Zink und Biotin tragen zum Beispiel zur Erhaltung normaler Haare bei.
- Geduld haben: Haare wachsen langsam. Veränderungen, zum Guten wie zum Schlechten, siehst du erst nach Wochen bis Monaten.
Die Grenzen: Pflege und Ernährung können eine medizinische Ursache nicht beheben. Wenn der Haarausfall erblich bedingt ist oder durch eine Erkrankung entsteht, braucht es eine ärztliche Einschätzung.
Wann du es abklären lassen solltest
- Der Haarausfall hält länger als zwei bis drei Monate an.
- Es entstehen lichte oder kahle Stellen.
- Die Kopfhaut juckt stark, brennt, schuppt oder ist gerötet.
- Du hast zusätzlich andere Beschwerden, zum Beispiel starke Müdigkeit.
Die erste Anlaufstelle ist deine Hausarztpraxis oder eine dermatologische Praxis. Dort wird meist nach Vorgeschichte und Auslösern gefragt, die Kopfhaut genau angeschaut und bei Bedarf Blut untersucht, zum Beispiel Eisenwerte und Schilddrüse.
Häufige Fragen
Kann Stress Haarausfall auslösen?
Ja. Starker Stress kann dazu führen, dass viele Haare gleichzeitig in die Ruhephase wechseln. Sichtbar wird das oft erst zwei bis drei Monate später.
Wächst das Haar wieder nach?
Das hängt von der Ursache ab. Beim saisonalen und beim diffusen Haarausfall wächst es in der Regel nach, sobald der Auslöser vorbei ist. Beim erblich bedingten Haarausfall werden die Haare ohne Behandlung meist nach und nach dünner.
Welcher Arzt ist zuständig?
Für den Anfang deine Hausarztpraxis. Spezialisiert auf Haut und Haare sind Dermatologinnen und Dermatologen.
Haben auch Frauen erblich bedingten Haarausfall?
Ja. Bei Frauen zeigt er sich meist anders als bei Männern: Das Haar wird vor allem am Scheitel lichter, Geheimratsecken sind seltener.
Fazit
Haarausfall hat viele Gesichter und fast immer eine erkennbare Ursache. Beobachte, wie sich dein Haar verändert, pflege es schonend und lass es abklären, wenn der Haarausfall anhält. Passende Pflege findest du in unserer Kategorie Haarausfall.