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Haarausfall · 3 min read

Erblich bedingter Haarausfall: Ursache, Verlauf und Möglichkeiten

Erblich bedingter Haarausfall ist die häufigste Form von Haarausfall. Was DHT damit zu tun hat, wie er verläuft und welche Optionen es gibt.

Erblich bedingter Haarausfall ist die häufigste Form von Haarausfall, bei Männern wie bei Frauen. Die Haarwurzeln reagieren dabei empfindlich auf das Hormon DHT: Die Haare werden von Zyklus zu Zyklus dünner und kürzer, bis lichte Stellen sichtbar werden. Heilbar ist er nicht, aber es gibt Möglichkeiten, ihn zu bremsen.

Was ist erblich bedingter Haarausfall?

Medizinisch heißt er androgenetische Alopezie. „Androgenetisch“ steht für die Kombination aus männlichen Hormonen (Androgenen) und Veranlagung (Genetik). Es geht also nicht um zu viele Hormone, sondern um Haarwurzeln, die empfindlicher auf sie reagieren als bei anderen Menschen.

Welche Rolle DHT spielt

DHT (Dihydrotestosteron) entsteht aus Testosteron mithilfe des Enzyms 5-Alpha-Reduktase. Für den Körper ist es wichtig: Es steuert unter anderem Bartwuchs und Körperbehaarung. In geringen Mengen kommt es auch bei Frauen vor.

Bei entsprechender Veranlagung passiert an bestimmten Stellen der Kopfhaut Folgendes:

  • Die Wachstumsphase der Haare wird mit jedem Zyklus kürzer.
  • Die Haarwurzeln schrumpfen, die Haare werden feiner und heller.
  • Mit der Zeit entstehen sichtbar lichte Bereiche.

So verläuft er bei Männern

Bei Männern beginnt erblich bedingter Haarausfall oft zwischen 20 und 40, manchmal schon früher. Typisch sind Geheimratsecken und ein lichter werdender Oberkopf (Tonsur). Beides kann sich im Lauf der Jahre verbinden. Ärztinnen und Ärzte ordnen das Stadium häufig mit der sogenannten Hamilton-Norwood-Skala ein.

So verläuft er bei Frauen

Bei Frauen zeigt er sich meist anders: Das Haar wird vor allem am Scheitel lichter, der vordere Haaransatz bleibt oft erhalten. Viele bemerken es zuerst an einem breiter werdenden Scheitel oder einem dünneren Zopf. Häufig fällt er in den Jahren um die Wechseljahre stärker auf. Weil bei Frauen auch andere Ursachen ähnlich aussehen können, zum Beispiel ein Eisenmangel oder eine Schilddrüsenerkrankung, ist eine ärztliche Abklärung besonders wichtig.

Was nachweislich helfen kann

Erblich bedingter Haarausfall lässt sich nicht heilen. Es gibt aber ärztliche Möglichkeiten, ihn zu bremsen:

  • Minoxidil: ein Arzneimittel zum Auftragen auf die Kopfhaut, für Männer und Frauen. Es wirkt nur, solange man es anwendet.
  • Finasterid: ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel für Männer, das die Bildung von DHT hemmt. Nutzen und mögliche Nebenwirkungen gehören in ein ärztliches Gespräch.
  • Haartransplantation: Eigene Haarwurzeln werden aus dem Hinterkopf in lichte Bereiche versetzt. Mehr dazu in FUE-Haartransplantation.
  • PRP: wird angeboten, der Nutzen ist aber noch nicht abschließend belegt. Mehr dazu in PRP-Behandlung bei Haarausfall.

Welche Option für dich infrage kommt, klärst du am besten in einer dermatologischen Praxis. Je früher du anfängst, desto mehr Haar lässt sich in der Regel erhalten.

Was Pflege und Nahrungsergänzung leisten können

Pflegeprodukte für die Kopfhaut, zum Beispiel mit Procapil, und eine gute Versorgung mit Nährstoffen können deine Routine ergänzen. Zink und Biotin tragen etwa zur Erhaltung normaler Haare bei. Den erblichen Prozess selbst können Kosmetik und Nahrungsergänzung aber nicht aufhalten. Auch für pflanzliche Stoffe wie Sägepalme ist eine Wirkung nicht ausreichend belegt.

Häufige Fragen

Ist erblich bedingter Haarausfall heilbar?

Nein. Er lässt sich aber mit ärztlichen Mitteln oft bremsen, und mit einer Haartransplantation können lichte Bereiche aufgefüllt werden.

Haben Männer mit viel Testosteron eher Haarausfall?

Nicht automatisch. Ausschlaggebend ist vor allem, wie empfindlich die Haarwurzeln auf DHT reagieren, und das ist zu einem großen Teil erblich.

Von wem erbe ich den Haarausfall?

Die Veranlagung kann von beiden Elternteilen kommen. Ein Blick auf die Familie gibt Hinweise, eine sichere Vorhersage ist aber nicht möglich.

Hilft ein Shampoo gegen erblichen Haarausfall?

Ein Shampoo pflegt Haar und Kopfhaut, den erblichen Prozess stoppt es nicht.

Fazit

Erblich bedingter Haarausfall ist häufig, gut erforscht und kein Grund, sich zu verstecken. Wenn du ihn bremsen möchtest, lohnt sich ein frühes Gespräch in der dermatologischen Praxis. Einen Überblick über alle Formen findest du in Haarausfall: Ursachen und Formen.