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Haarausfall · 3 Min. Lesezeit

Haarausfall bei Frauen: Ursachen, Untersuchung und was hilft

Hormone, Gene, Stress oder Eisenmangel? Die häufigsten Ursachen für Haarausfall bei Frauen und welche Untersuchungen Klarheit bringen.

Haarausfall bei Frauen hat meist eine von vier Ursachen: hormonelle Veränderungen, eine erbliche Veranlagung, eine Belastung wie Stress oder Infekt oder einen Nährstoffmangel, allen voran Eisen. Oft lässt sich die Ursache mit einer ärztlichen Untersuchung und einer Blutabnahme gut eingrenzen. Und vieles davon ist vorübergehend.

Die häufigsten Ursachen

UrsacheTypisch
Nach der GeburtMeist zwei bis vier Monate nach der Entbindung, oft über Wochen deutlich mehr Haare. Geht in der Regel von selbst zurück.
Pille absetzen oder wechselnVermehrter Haarausfall einige Wochen bis Monate danach möglich
WechseljahreHaar wird insgesamt feiner, oft am Scheitel
Erbliche VeranlagungLangsam breiter werdender Scheitel, vorderer Haaransatz bleibt meist erhalten
EisenmangelDiffuser Haarausfall, oft zusammen mit Müdigkeit
SchilddrüseÜber- wie Unterfunktion können Haarausfall auslösen
Stress, Infekt, DiätDiffuser Haarausfall zwei bis drei Monate nach dem Auslöser

Hormonell: Geburt, Pille, Wechseljahre

In der Schwangerschaft bleiben viele Haare länger in der Wachstumsphase. Nach der Geburt holen sie den Wechsel nach, und es fallen auf einmal viele aus. Das ist erschreckend, aber meist harmlos: Nach einigen Monaten normalisiert sich das Haarwachstum in der Regel wieder.

Ähnlich kann es nach dem Absetzen oder Wechseln der Pille sein. In den Wechseljahren verändert sich der Hormonhaushalt dauerhaft, das Haar wird bei vielen Frauen insgesamt feiner.

Erblich: der lichte Scheitel

Auch Frauen können erblich bedingten Haarausfall haben. Er zeigt sich anders als bei Männern: Das Haar wird vor allem am Scheitel lichter, Geheimratsecken sind selten. Viele bemerken es zuerst an einem dünneren Zopf. Mehr dazu in Erblich bedingter Haarausfall.

Diffus: wenn der ganze Kopf betroffen ist

Fallen die Haare gleichmäßig verteilt aus, steckt oft ein Auslöser dahinter, der zwei bis drei Monate zurückliegt: starker Stress, ein fiebriger Infekt, eine Operation oder eine strenge Diät. Auch ein Eisenmangel oder eine Schilddrüsenerkrankung zeigen sich häufig so.

Was ärztlich untersucht werden sollte

Die erste Anlaufstelle ist deine Hausarztpraxis oder eine dermatologische Praxis. Häufig werden dort

  • Vorgeschichte und mögliche Auslöser besprochen, zum Beispiel Geburt, Pille, Stress, Diäten, Medikamente,
  • Kopfhaut und Haare genau angeschaut,
  • Blutwerte bestimmt, etwa Eisenspeicher (Ferritin), Blutbild und Schilddrüse, bei Bedarf auch Hormone.

Nimm deine Fragen und, wenn vorhanden, Fotos deines Scheitels von früher mit. Das hilft bei der Einordnung.

Was du selbst tun kannst

  • Sanft pflegen: Mild waschen, nass nicht zerren, Hitze reduzieren, keine dauerhaft straffen Zöpfe.
  • Ausgewogen essen: Zink und Biotin tragen zur Erhaltung normaler Haare bei. Eisen solltest du nur nach ärztlicher Rücksprache zusätzlich einnehmen, wenn ein Mangel festgestellt wurde.
  • Geduld haben: Nach dem Wegfall des Auslösers dauert es meist Monate, bis das Haar wieder dichter wirkt.

Pflege für dünner werdendes Haar findest du in unserer Kategorie Haarausfall.

Häufige Fragen

Ist Haarausfall nach der Geburt normal?

Ja, sehr häufig. Er beginnt meist einige Wochen bis Monate nach der Entbindung und bessert sich in der Regel von selbst.

Kann die Pille Haarausfall auslösen?

Das Absetzen oder Wechseln kann vorübergehend zu mehr Haarausfall führen. Sprich mit deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt, wenn du einen Zusammenhang vermutest.

Welche Blutwerte sind wichtig?

Häufig werden Ferritin (Eisenspeicher), Blutbild und Schilddrüsenwerte bestimmt. Welche Werte sinnvoll sind, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.

Wächst mein Haar wieder nach?

Bei hormonellem und diffusem Haarausfall meist ja, sobald der Auslöser vorbei ist. Bei erblich bedingtem Haarausfall gibt es ärztliche Möglichkeiten, ihn zu bremsen.

Fazit

Haarausfall bei Frauen ist häufig und hat fast immer eine erkennbare Ursache. Lass sie abklären, statt lange zu raten, und gib deinem Haar Zeit. Einen Überblick über alle Formen findest du in Haarausfall: Ursachen und Formen.